Auf zur Schlachtbank
Cat.: Allgemein06. September 2011
oder,
wie langweilig kann es sein?
Schneller, Schneller, Schneller, Lauft, Schneller. Es ist nicht mehr lang, juhuuuu, Jubel, freut euch, Freudenschreie, gerötete Gesichter voller Erwartung und Stolz glitzern mir entgegen. Es ist so schön etwas zu schaffen, etwas grosses oder etwas kleines, egal, Hauptsache schaffen, das ist es.
So gesehen ist es ein Trieb des Menschen einfach etwas zu machen das einzigartig ist und jeder rundherum der es sieht, freut sich mit dem Erfinder mit. Alle springen herum und lachen und tanzen.
Das Denken hat Pause.
Voller Freude umarmt man sich, Lobt man sich, Schwäntzelt von einem Freund zum anderen und unterdrückt die Freudenschreie, die einem im Halse stecken bleiben anhand des gesehenen.
Grosse Leinwände wurden aufgestellt, daruf Projektionen von mehr oder weniger Einzelbilder in einer mehr oder weniger schnellen Reihenfolge. Photographien wurden an die Wand genagelt, und man scheute nicht einmal zurück einen realen 3Dimensionale Raum zu schaffen der mit wunderbaren springenden Abbilder eines realen Ganges beleuchtet wurde.
Allessamt grossartig, fantastisch, Bilder von Schönheit und Hässlichkeit von Langsamkeit und Schnelligkeit von Detailreichtum bis Grobarmigkeit.
Aber allesamt einzigartig und individuell.
Ästetiken und Formen der Zukunft und alle hatten ihre Freude. Der Professor, die Schüler und die Gäste. Man sprach untereinander über die Objekte, erklärte und verklärte, bewunderte und versuchte zu verstehen, was wohl die Aussage dahinter ist. Die Aussage, ja, aber muss Ästhetik eine Aussage haben?.
Das Denken hat Pause.
Welche Aussage hat die Ästetik von der “MüllerMilchWerbung”?
Welche Aussage hat die Ästetik der Deutschen Bank?
Welche Aussage hat die Ästetik der FPÖ?
Und wo ist der Unterschied zwischen den oben beschrieben und dem gestern im TV-gesehenen. Ich kann euch sagen wo der Unterschied ist: Es gibt ihn nicht. Nur das das eine Werbung heisst und das andere Raumkunst in Wien. Beide wollen sich profilieren und hervorheben, beide sind laut und Sinnlos, beide versuchen sich vom anderen Abzuheben und befruchten sich so jeden Tag aufs Neue, und warum, weil es eins und die selbe Kacke ist.
Ästhetiken die keine Aussage haben sind leere Plakatwände die gefüllte werden wollen. Und Menschen die Ästhetiken schaffen, was sind die? Werber oder Künstler?
Aber in beiden Fällen hat das Denken Pause.
Lämmer, willenlose Lämmer, unkritische Individuuen auf den Weg zur Schlachtbank. Kunst und Kultur was ist das schon, leere Hülsen die voll von aufbegauten Images stecken.
es hat sich nichts geändert.
Das Sinnlose kotzt mich an, und dennoch schaffe ich es.
Das Ganze war Raumkunst.
Das Thema war Licht im Raum und heisst LUMINA, und jeder hatte sich bemüht und sein bestes, sein erlerntes, gegeben.